Glücksmomente

Selbstsabotage

Glücksmomente als Blockaden
Wir sind es bisher gewohnt, die Ursache für Blockaden in Traumata und negativen Gedankenmustern zu suchen. Oft stellen wir aber fest, dass sich kein rechtes Ursprungstrauma finden lässt oder die ursprüngliche Situation entspricht in keiner Weise den akuten Symptomen oder Schwierigkeiten.

Was sich manchmal als eine wesentlich dickere Blockade entpuppen kann, ist ein Glücksmoment. Das erscheint paradox, aber manche Glücksmomente sind so prägend, dass daneben alles andere keinen Chance hat. Viele Raucher wissen, wovon ich rede! Sich bei der ersten Zigarette cool und erwachsen zu fühlen, egal wie furchtbar sie schmeckt...

Ein Beispiel: Ein Mädchen hat einen Vater, der oft betrunken nach Hause kommt. An einem Abend nimmt der betrunkene Vater das Mädchen auf seine Knie, umarmt sie zärtlich und sagt sehr liebevoll zu ihr: "Du bist meine kleine Prinzessin!" Das Mädchen hat bisher so etwas noch nie von ihm gehört und ist in diesem Moment in einem völlig ungewohnten Glücksmoment von sich ganz und gar geliebt und geborgen fühlen. Dieser Glücksmoment mit seinen ganzen Begleitumständen, der Umarmung, dem Geruch nach Alkohol, etc., prägt sich wie ein Schnappschuss in ihr ganzes Energiesystem ein als etwas ganz Besonderes.

Da wir immer danach streben, uns so glücklich wie möglich zu fühlen, egal, was es uns kostet, sucht sich dieses Mädchen möglicherweise als Frau danach immer wieder Männer aus, die trinken - nicht, weil sie ein geringes Selbstwertgefühl hat oder schwach ist, sondern weil die Erinnerung, bzw. die energetische Prägung dieses Glücksmomentes sie treibt, immer wieder ähnliche Situationen wie damals zu kreieren, nur um diesen einen Moment wieder zu erleben, wo sie sich absolut geliebt, glücklich und geborgen fühlte!!!

(Siehe im Film "What The Bleep Do We Know - wo dieser biochemische Mechanismus der sucht der Zellen nach bestimmten Gefühlen sprich Ausschüttung von bestimmten Hormonen sehr klar dargestellt wird)

Glücksmomente und ihre Prägungen
Weil wir in diesem "Schnappschuss" nicht nur das Glücksgefühl an sich speichern, sondern alles andere eben auch, also Körperzustand, Gerüche, Geräusche, Berührungen, Farben, kurzum alle Umstände, die in diesem Moment vorhanden sind, versuchen wir diese Begleitumstände zu kreieren, um das Glücksgefühl als solches wieder zu erleben. Ist also solch ein Moment z.B. mit Schokolade verbunden, weil man von Mutter oder Vater damit besonders belohnt wurde, prägt sich das ein und wir essen jetzt die Schokolade möglicherweise nicht nur, weil sie so schön süß ist, sondern um dieses Gefühl von Anerkennung wieder zu bekommen. Und das dann auch, obwohl wir immer dicker werden, immer unglücklicher und die ursprüngliche Situation mittlerweile völlig aus dem Gedächtnis verschwunden sein mag!

Das ist der Grund, warum wir oft in Situationen, Beziehungen und Mustern bleiben, obwohl sie uns zugrunde richten, weil das letzte, was wir aufgeben wollen, die Hoffnung und das Streben nach diesen ganz besonderen Glücksmomenten ist!

Eingefroren in der Zeitlinie
Je einzigartiger solch ein Glücksmoment war, desto mehr laufen wir Gefahr zu glauben, dass das nie wieder passieren wird, dass das der Moment war, auf den wir immer gewartet haben - der glücklichste Moment in unserem Leben!!! Durch diesen Glauben und die Verknüpfung diesen Momentes mit den Begleitumständen frieren wir diesen Glücksmoment in der Zeit ein und verhindern dadurch die Möglichkeit, weitere womöglich noch schönere Momente zu erleben.

Das Erwachen aus dem Traum vom Glück
Hier ist mit EFT besonders vorsichtig umzugehen! Denn es kann einem Tod gleichen, wenn wir den glücklichsten Moment in unserem Leben quasi loslassen müssen in der Erkenntnis, dass er schon lange so nicht mehr stimmt und dass das Festhalten daran uns so viele Schwierigkeiten beschert hat und möglicherweise unser Leben auf eine sehr tief greifende Art geprägt hat, anstatt uns wirklich glücklich zu machen!

Hier ist es wichtig, früher als sonst in der EFT -Routine auf eine positive Richtung umzuschalten, z.B. mit der Entscheidungstechnik oder einem etwas forcierten Reframing, um eine neue Perspektive zu öffnen.

Wie gehen wir nun mit dieser Erkenntnis um? Primär den Druck reduzieren:

"Auch wenn ich immer geglaubt habe, dass mir nichts Schöneres mehr passieren kann,..."

"Auch wenn ich das Gefühl habe, das wars dann..."

"Auch wenn ich versucht habe, dieses wunderbare Gefühl von damals immer wieder zu re-inszenieren..."

"Auch wenn ich die Umstände als Vermittler dieser Gefühle benutzt habe..."

"Auch wenn ich immer wieder gleiche Situationen gesucht habe, um dieses Gefühl wieder zu bekommen..."

Das wären ein paar Klopfvorschläge. Dann sanft umschalten in eine positive Richtung und die Aufmerksamkeit auf die vielen kleinen positiven Möglichkeiten zu lenken, die sich am Wegesrand finden lassen...

"Auch wenn mir das so passiert ist, ich kann es ja mal versuchen, etwas anders zu sehen...

Ich gebe den guten Rat, diese Art des Angehens nur mit jemand zusammen zu machen, der Erfahrung mit EFT hat und sowohl mit Achtung als auch Vorsicht mit diesen brisanten Themen umzugehen! Die Behandlung eines negativen Traumas ist wesentlich einfacher, weil wir dabei nicht das Gefühl haben, da wird uns das Beste und Schönste unseres Lebens "geraubt". Vor allem, wenn es nur einen einzigen wirklich herausragenden Glücksmoment gegeben hat, der unserem Leben einen Sinn verlieh, der aber in gleicher Weise verhindert hat, andere bessere, schönere Momente zu erleben - es war alles sinnlos!! Das kann in tiefste Depressionen stürzen, wenn es nicht gut und behutsam begleitet wird!

Aber wenn dieser Glücksmoment einmal erlöst ist und da sein darf, wo er hingehört, in der Vergangenheit als stille Reserve der Kraft und als Versprechen auf die Möglichkeit von mehr und schöneren Erfahrungen, dann ist die Bearbeitung solcher Dinge ein wahrhaft glückselig machendes Erlebnis!