Familienbande

Selbstsabotage - Familienbande - die Liebe ist stärker als der Wille
Durch meine Arbeit komme ich auch immer wieder mit Menschen in Berührung, die schon alle möglichen Dinge probiert haben, um ihre Probleme in den Griff zu bekommen - mit eher geringem Erfolg. Dann stoßen sie auf z.B. auf verschiedene Klopfmethoden und bekommen suggeriert, dass sie "in Minuten sorgenfrei" wären - was sogar manchmal zutrifft. Nur - mancher, der mit Begeisterung anfing mit dem Klopfen - egal nach welcher Form, musste entdecken, dass es offensichtlich doch nicht so einfach ist und so schnell geht.

Die Hartnäckigen (und deswegen letztlich doch Erfolgreichen!) landen dann irgendwann bei meinem Mann und mir, und meist ist es nur eine Sache des Herangehens, die die Lösung bringt. Aber auch oft eine Blockade, die mit den unbewussten Bindungen an das jeweilige Familiensystem zu tun hat - mein persönliches Spezialgebiet seit 1995. Diese Bindungen sind manchmal so stark, dass die größten Anstrengungen nichts fruchten, ein Problem zu lösen. Das betrifft die verschiedensten Ebenen, körperliche Symptome, schwere Krankheiten, Allergien, Gewichtsprobleme, Beziehungsprobleme, beruflicher Erfolg, etc.

Das dann unter so genannten PUs abzuhandeln, wird meist ebenso scheitern, wie alle anderen Interventionen vorher. Denn der innere Widerstand, der hier vorliegt, hat in der Regel mit einer tiefen kindlichen Liebe und Loyalität zu beiden Elternteilen zu tun und die unbewusste Liebe ist stärker als der Wille, wie das Fallbeispiel über das Übergewicht im EFT Info Newsletter Nr 13 deutlich zeigt.

Verstrickungen aus Liebe
Wenn Menschen kommen, die schon lange unter Problemen leiden und schon viel gemacht haben, schaue ich prinzipiell nach den Familienbanden. Denn kein Leid kann auf Dauer aufrecht erhalten werden, wenn dahinter nicht ein tieferer Nutzen steckt. Dieser Nutzen besteht aus einem Gefühl der Zugehörigkeit im Leid und einer damit einhergehenden Form von Macht. Diese Gefühle beruhen allerdings auf kindlich magischen Vorstellungen: Wenn es einem anderen schlecht geht, darf es uns nicht gut gehen oder Wenn jemand früh gestorben ist und hat sein Leben nicht gehabt, dann darf ich mein Leben auch nicht haben.

Thomas Schäfer hat in seinem Buch "Wenn der Körper Signale gibt" die Verbindungen zwischen körperlichen Symptomen und Verstrickungen mit Schicksalen aus der Familie sehr gut beschrieben, ohne dabei zu vergessen, dass auch immer andere Ursachen vorliegen können.

Symptome wörtlich nehmen
Ich erlebe es oft in der Arbeit mit EFT, dass Klienten mit physischen und oder psychischen Symptomen kommen, die bei näherem Hinsehen aus ihrem Familiensystem stammen. Da wird es jemand eiskalt und bekommt eiskalte Hände und Füße, (was sonst bei ihm nicht vorkommt), als eine Sprechblockade und ein Kloß im Hals angegangen wird. Die Symptome erweisen sich als erstaunlich hartnäckig trotz intensiver Bearbeitung mit EFT. Es will einfach nicht ganz verschwinden. Auf Nachfragen stellt sich heraus, dass ein Großvater in russischer Kriegsgefangenschaft war und mit erfrorenen Zehen und Fingern zurück kam. Er konnte nie über seine Erlebnisse sprechen - oft ein Indiz dafür, dass es sehr schlimm war. Erst als das Schicksal des Großvaters gewürdigt wurde, kehrte die Wärme schlagartig zurück.

Eine ausführlichere Beschreibung der systemischen Arbeit (Familienstellen) finden Sie auch unter folgendem Link: Systemische Arbeit

Besonders in der EFT Intensiv Entfaltung machen wir Aufstellungsarbeit, wenn es notwendig ist.

Wen es interessiert: Ich habe meine Ausbildung im Familien Stellen nach Hellinger 1995 begonnen, bei Katharina Stresius & Klaus Grochowiak die Grundlagen und anschließend bei ZIST in Bayern die Vertiefungen mit vielen bekannten Aufstellern absolviert und seither arbeite ich schwerpunktmäßig damit, sowohl in der Leitung von Seminaren als auch mit Einzelaufstellungen.

Ich distanziere mich allerdings von der Art und Weise, wie Bert Hellinger inzwischen mit all den Kollegen umgeht, die die systemische Arbeit weiter getragen haben, ohne dabei seine Verdienste für die Entwicklung des Familien-Stellens zu vergessen.